Früher hatte ich ein ganz klares Bild von Arbeit: ein Schreibtisch, ein Raum, feste Zeiten. Mein Büro war ein Ort. Heute weiß ich: Mein Büro ist kein Ort mehr – es ist eine Kategorie, eine Einordnung. Denn: Mein Büro ist überall da, wo ich bin.
Als Coach arbeite ich mit Menschen, nicht mit Mauern. Und Menschen begegnen mir überall: im Gespräch, im Gehen, im Innehalten. Mein Büro passt in einen Rucksack, manchmal sogar nur in einen Gedanken. Laptop, Notizbuch, offene Ohren – mehr brauche ich oft nicht (ok, manchmal hole ich auch meine Aufstellungsfiguren oder meine Impulskarten heraus).
Doch es geht um weit mehr als um mobiles Arbeiten oder Flexibilität. Es geht um den selbst von uns gewählten Blickwinkel. Mein Büro ist dort, wo ich präsent bin. Wo ich zuhöre, ohne zu bewerten. Wo ich Fragen stelle, die Räume öffnen. Wo ich Stille zulasse. Ob das in einem Café ist, im Zug, im Wald oder klassisch am Schreibtisch physisch oder im virtuellen Raum. Der Ort wird zweitrangig, wenn die Verbindung stimmt.
Ihr kennt das: Erkenntnisse kommen selten auf Knopfdruck. Sie kommen beim Spazierengehen, beim Blick aus dem Fenster oder kurz vorm Einschlafen (ein Notizbuch am Bett kann so zum Lebensretter werden). Genau deshalb liebe ich diese Art zu arbeiten. Sie erlaubt mir, „wirksam“ zu sein, wann und wo ich es möchte, egal ob ich im persönlichen „physischen“ Austausch oder ob ich mich im virtuellen Raum befinde.
Nur weil mein Büro überall ist, heißt das nicht, dass ich immer arbeite. Im Gegenteil: Weil meine eigenen Grenzen verschwimmen können, ist es meine Aufgabe, sie im Blick zu behalten.
„Mein Büro ist da, wo ich bin“ bedeutet für mich: Ich bin beweglich, aber verankert. Frei, aber fokussiert. Offen für Begegnung – mit anderen und mit mir selbst. Mein Büro ist auch dort, wo ich mich selbst reflektiere. Wo ich meine eigenen Muster erkenne, meine Grenzen wahrnehme und meine Werte lebe. Denn Coaching beginnt immer bei einem selbst. Wenn ich mir selbst Raum gebe, kann ich auch anderen Raum geben.
Diese Freiheit bringt Verantwortung für uns selbst und unser Umfeld mit sich. Klarheit, Entscheidungen, bewusste Pausen.
Und vielleicht ist genau das die Einladung an euch:
Wo möchtet ihr beim Arbeiten sein?


