Zwischen den Pausen

02.04.2026
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Es gibt dieses Bild von Ruhe, das ich kenne: Feierabend, Couch, Stille. Eine klare Grenze zwischen Tun und Nicht-Tun. Heute bemerke ich, dass diese Grenze verschwimmt und ich frage mich: Hat sie das immer schon getan? Oder hat es diese klare Grenze wirklich gegeben?

Es ist nicht so, dass ich keine Pausen mache. Ich mache sie. Aber selbst in der Pause ist da dieses leise Summen. Ein Gedanke, der sich einschleicht. Eine Idee, die nicht warten will. Das Gehirn, das einfach weiterläuft, wie mein Handy mit zu vielen offenen Tabs.

Kennt ihr das?

Ich glaube, wir leben in einer Zeit, in der Ruhe keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Sie ist eine Entscheidung. Und manchmal eine richtig anstrengende dazu. Was mich dabei am meisten beschäftigt: Es ist nicht der Lärm von außen, der mich und uns nicht zur Ruhe kommen lässt. Es ist der von innen:

Die unerledigten Gespräche. Die Frage, ob die letzte Entscheidung die richtige war. Der Gedanke, der sich kurz vor dem Einschlafen meldet, natürlich genau in dem Moment, wenn man eigentlich schon fast weg ist. (Ich nehme mir deshalb immer vor, ein Notizbuch am Bett bereit zu legen, vergesse das dann wieder.)

Diese innere Unruhe ist ganz normal. Sie ist ein Zeichen dafür, dass wir unser Umfeld bewusst wahrnehmen, dass uns etwas wichtig ist, dass wir nicht gleichgültig sind. Dass wir nachdenken, hinterfragen, kommunizieren. Aber sie kann auch kippen. In Erschöpfung. In das Gefühl, keine Pausen im Kopf zu haben, nie wirklich anzukommen.

Irgendwann habe ich angefangen, die Unruhe nicht mehr wegzuschieben. Nicht weil ich keine Kraft mehr dafür hatte, sondern weil ich bei mir selber beobachtet habe, dass das Wegschieben selbst mich erschöpft.

Was ich stattdessen versuche: Ihr zuzuhören.

Was will sie mir sagen? Worauf weist sie mich hin? Manchmal ist sie ein Signal, dass ich zu lange zu viel war. Manchmal ist sie pure Kreativität, die einfach keinen anderen Zeitpunkt findet als den unpassendsten. Und manchmal, das ist der unbequeme Teil, ist sie eine Gewohnheit. Ein Muster, das ich so oft wiederholt habe, dass es sich normal anfühlt.

Muster erkennen kann übrigens sehr anstrengend sein, aber auch sehr nützlich.
Was mir hilft – und ich sage das nicht als Universalrezept, sondern als persönliche Erfahrung:
Nicht zur Ruhe kommen darf sein. Für eine Weile. Nichts muss sofort gelöst werden.

Ein Weg mit der Unruhe umzugehen ist, sie in Bewegung zu lassen. Wie eine Filmrolle, die an einem vorbeizieht, Bild für Bild, ohne dass man eingreift. Man schaut zu. Die Bilder kommen. Und sie gehen.
Das klingt einfacher als es ist. Ich weiß. Trotzdem könnt ihr es einfach mal ausprobieren: Zuschauen und die Bilder ziehen lassen.

NOCH WEITERE FRAGEN?

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